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Tropenkrankheiten und wie man sich davor schützt

Bevor es in den Urlaub geht, sollte man sich über Krankheiten und Prophylaxemöglichkeiten informieren. © Satyrenko / iStock / Getty Images Plus

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Unerwünschte Urlaubsandenken: Tropenkrankheiten und wie man sich davor schützt

Vielerorts freut man sich nach sinkenden Inzidenzwerten und ersten Lockerungen bereits auf den ersten Urlaub nach Corona. Doch Urlauber, die eine Reise in ein Risikogebiet planen, sollten sich vorab über Tropenkrankheiten und ihre Prävention informieren. Gegen einige Infektionen kann man mit Impfungen, Medikamenten oder einer Expositionsprophylaxe vorbeugen.

Wer sich in tropischen Ländern aufhält, sollte sich zuvor einer tropenmedizinischen Beratung unterziehen, um etwas über den notwendigen Schutz vor Infektionskrankheiten zu erfahren. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in der Regel Basisimpfungen, wie etwa gegen Windpocken, Diphtherie, Tetanus, Masern, Mumps, Röteln oder Hepatitis B. Je nach Reiseziel und geplanter Aktivität sind weitere Impfungen, zum Beispiel gegen Hepatitis A oder Meningokokken ratsam.

Einige Tropenkrankheiten werden durch Mücken übertragen. Die sinnvollste Maßnahme stellt die Expositionsprophylaxe dar, ganz nach dem Motto: „Kein Stich, keine Infektion!“. Repellents, lange Kleidung sowie Moskitonetze schützen vor den Angriffen der Insekten.

Dengue-Fieber

Auch wenn derzeit bei der Reiseplanung die Inzidenzen der Corona-Infektionen besonders im Interesse stehen, sollte man dennoch nicht vergessen, dass es verschiedene Tropenkrankheiten gibt, gegen die sich Urlauber schützen sollten. Dazu zählt beispielsweise das Dengue-Fieber, eine Virusinfektion, die durch Mücken weitergegeben wird. Sie tritt in den subtropischen und tropischen Gebieten Asiens, Lateinamerikas und Afrikas auf und zeigt sich durch unspezifische, grippeähnliche Beschwerden (klassisches Dengue-Fieber).

Außerdem ist die Anzahl der Thrombozyten durch die Infektion vermindert, sodass es zu Schleimhautblutungen oder Einblutungen in die Haut kommt. Neben dem klassischen Dengue-Fieber existiert auch die gefährlichere Variante, das Dengue Hämorrhagische Fieber, das im schlimmsten Fall zu dem lebensbedrohlichen Dengue-Schock-Syndrom führen kann. Da es weder eine Impfung noch eine wirksame Medikation gibt, findet die Behandlung rein symptomatisch statt.

Malaria

Auch Malaria wird durch Mücken (Anopheles-Mücke) übertragen, denen man vor allem in Südostasien, Zentralafrika, Mittel- oder Südamerika begegnet. Es gibt drei Malaria-Arten (Malaria tropica, tertiana und quartana). Besonders gefürchtet ist die Malaria tropica, da sie mit schweren Organkomplikationen einhergehen kann. Betroffene leiden unter grippeähnlichen Beschwerden, teilweise mit Durchfall und Erbrechen. Reisende, die in ein Risikogebiet fliegen, können mit einer Medikamenteneinnahme vorbeugen (Wirkstoffe sind zum Beispiel Chloroquin oder Mefloquin).

Zika-Virus

Die Zika-Virus-Infektion wird über Stechmücken der Gattung Aedes auf den Menschen übertragen. Die Viren kommen in allen tropisch-subtropischen Regionen vor, insbesondere in Südostasien, Afrika oder auf den Pazifischen Inseln. Oft verläuft die Infektion asymptomatisch oder Betroffene leiden unter milden Krankheitsanzeichen wie Fieber, Hautausschlag oder Gelenkschmerzen.

Schwangere sollten Aufenthalte in einem Übertragungsgebiet unbedingt meiden, da eine Infektion frühkindliche Fehlbildungen hervorrufen kann. Auch gegen das Zika-Virus gibt es keine Therapie, sodass nur eine symptomatische Behandlung möglich ist.

West-Nil-Fieber

Eine weitere durch Mücken übertragene Erkrankung ist das West-Nil-Fieber. Auf die Viren, welche diese Krankheit hervorrufen, trifft man in Afrika, in Nordamerika oder in den südöstlichen Ländern des Mittelmeerraums. West-Nil-Fieber löst in den meisten Fällen keine Beschwerden aus, nur manchmal leiden Patienten unter grippeähnlichen Symptomen. Außerdem entwickelt die Hälfte der Betroffenen einen knotig-fleckigen Hautausschlag. Wie bei den anderen tropischen Viruserkrankungen gibt es keine ursächliche Therapie, sodass lediglich die Symptome behandelt werden.

Hepatitis

Vor dem Urlaub empfehlen Ärzte oft Impfungen gegen Hepatitis. Dabei handelt es sich ganz allgemein um eine Entzündung der Leber, ihr liegt häufig eine Virusinfektion zugrunde. Diese Hepatitis-Infektionen werden in die Typen A bis E eingeteilt. Hepatitis A tritt vor allem dort auf, wo schlechte sanitäre Bedingungen herrschen, etwa in einigen tropischen Ländern, Osteuropa oder Mittelmeerländern.

Hepatitis B kommt weltweit vor, wobei in der afrikanischen Sub-Sahara-Region und in Ostasien bis zu 10 Prozent der Bevölkerung infiziert sind. Hepatitis wird über Blut sowie über weitere Körperflüssigkeiten übertragen, je nach Hepatitis-Art stellen auch verunreinigte Lebensmittel oder Trinkwasser Infektionsquellen dar. Eine Ansteckung ist ebenfalls über Kontakt- und Schmierinfektion möglich. Häufig wird die Erkrankung erst entdeckt, wenn die Leber bereits geschädigt ist, da die Symptome zunächst unspezifisch sind und an eine Grippe erinnern. Manchmal kommt es zu der typischen Gelbfärbung der Haut und der Augen.

Den sichersten Schutz vor Hepatitis A und Hepatitis B bietet eine Impfung. Eine Ansteckung ist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr möglich, die Verwendung von Kondomen kann das Risiko senken. Außerdem sollten Urlauber ungekochte und nicht durchgebratene Nahrungsmittel meiden, Früchte und Gemüse schälen, keine Eiswürfel oder Trinkwasser aus der Leitung genießen und rohes Fleisch, rohen Fisch und rohe Schalentiere nicht verspeisen. Gegen Hepatitis-Viren gibt es keine Therapie, sodass man auch hier symptomatisch behandelt. Wichtig ist, dass Betroffene auf den Konsum von leberschädigenden Substanzen wie Alkohol möglichst verzichten.

Meningokokken

Meningokokken-Infektionen gehören auch zu den gefährlichen Urlaubsmitbringseln. Sie treten in Afrika häufig auf und verursachen eitrige Entzündungen der Hirnhäute und des Gehirns. Eine Impfung ist zur Prophylaxe der lebensbedrohlichen Infektion möglich, prinzipiell ist sie auch durch Antibiotika therapierbar.

Cholera

Cholera ist eine akute, hochinfektiöse Magen-Darm-Erkrankung und wird durch das Bakterium „Vibrio cholerae“ verursacht. Dieses wird über verunreinigtes Trinkwasser, kontaminierte Lebensmittel, Fäkalien oder mit Erregern verschmutzte Oberflächen übertragen. Unbehandelt führt eine Infektion zu schweren Durchfällen mit lebensgefährlichen Flüssigkeitsverlusten. Entscheidend ist somit eine schnelle Rehydratation, zusätzlich werden Antibiotika zur Eliminierung der Bakterien verabreicht. Risikogebiete für Cholera sind Afrika, Indonesien, Indien, Südostasien, Vorderasien sowie Mittel- und Südamerika.

In diesem Beitrag wurden beispielhaft einige Tropenkrankheiten vorgestellt, die Liste ist aber längst nicht vollständig. Weitere Auskünfte erhalten Interessierte auf der Homepage des Auswärtigen Amtes oder des Robert-Koch-Institutes (RKI).

Martina Görz


Quellen:

  • Informationen zu Infektions- und Tropenkrankheiten; auswaertiges-amt.de
  • Gesundheitsdienst Merkblatt für Beschäftigte und Reisende Hepatitis A, Stand: 07/07/vL/GB; auswaertiges-amt.de
  • Im Urlaub vor Tropenkrankheiten schützen; bmbf.de
  • Malaria; tropeninstitut.de
  • Hepatitis – Leber in Gefahr; br.de
  • Hepatitis B-Virus (HBV) / Hepatitis B; deutsche-leberstiftung.de
  • Zika-Virus-Infektion; netdoktor.de
  • Cholera; flexikon.doccheck.com
  • Cholera; tropeninstitut.de
  • Cholera: Eine Durchfallerkrankung, die gefährlich werden kann; aerzte-ohne-grenzen.de
  • West-Nil-Fieber: Infektionsrisiko, Symptome, Vorbeugung; netdoktor.de
  • Hepatitis A: Übertragung, Symptome, Verlauf, Behandlung, Schutz; aidshilfe.de
  • Gesundheitsdienst Merkblatt Cholera für Beschäftigte und Reisende, Stand 04/2019; auswaertiges-amt.de
  • Gesundheitsdienst Merkblatt West-Nil-Fieber für Beschäftigte und Reisende, 10/18/SW; auswaertiges-amt.de
  • Gesundheitsdienst Merkblatt Zika-Virus-Infektion für Beschäftigte und Reisende, Stand: 11/2019; auswaertiges-amt.de
  • Gesundheitsdienst Merkblatt Meningokokken-Infektion für Beschäftigte und Reisende, 09/17/GB; auswaertiges-amt.de

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