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Frau sprüht sich mit Insektenschutz ein.

Spätestens in den Sommermonaten sollte man unterwegs auf eine ausreichende Prophylaxe gegen Zecken achten. © Zbynek Pospisil / iStock / Getty Images Plus

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Zeckenstiche: Borreliose nach Wanderlust im Grünen

Alle Jahre wieder kommt der Zeckenstich auf die Erde nieder, wo das Grüne ist. Besonders Wanderer laufen Gefahr sich eine Borreliose einzufangen. Spätestens in den Sommermonaten lautet daher die Devise: informieren und frühzeitig erkennen.

Neu ist er nicht – der Erreger der Lyme-Borreliose. Dank Ötzi, der jahrtausendalten Mumie aus der Kupfersteinzeit, fanden Wissenschaftler*innen heraus, dass man sich bereits vor 5400 Jahren mit Borrelien durch einen Zeckenstich infizieren konnte. Wir wissen heute: Es gibt mehr als zwanzig verschiedene Spezies von Bakterien des Genus Borrelia.

Sie gehören zum Borrelia burgdorferi sensu lato (Bbsl) Komplex. Bislang wurde von sechs Spezies eindeutig nachgewiesen, dass sie eine Krankheit beim Menschen auslösen können. Diese äußert sich nach einer Infektion jedoch mannigfaltig oder gar nicht. Letztlich kann eine Lyme-Borreliose anhand von Antikörpern im Blut nachgewiesen werden.

Krankheitssymptome

Seit Pandemieausbruch haben wir gelernt mit Argusaugen auf Krankheitssymptome zu achten, die auf eine Coronavirus-Infektion hindeuten könnten. Dabei sind andere Krankheiten mit ihren Symptomatiken nebensächlich geworden, obwohl es gerade bei einer Borrelieninfektion wichtig ist, Anzeichen frühzeitig zu erkennen. Der erste Schritt: Nach einem Aufenthalt im Grünen sollte man Zecken schnellstmöglich vom eigenen Körper entfernen sowie auf die Bildung einer rötlichen und ringförmigen Hautverfärbung achten.

Diese sogenannte „Wanderröte“ entsteht nach Übertragung der Borrelien über den Speichel der Zecken, wenn sie lang genug am Wirt gesaugt haben. Ignoriert man diese ersten Symptome um die Einstichstelle herum, können Fieber, Erbrechen, Kopfschmerzen auftreten. Darüber hinaus kann es noch nach Jahren zu Gleichgewichtsstörungen, Gelenkschmerzen und sogar Lähmungen kommen.

Meist entwickelt sich die Krankheit schleichend, weshalb sie von Betroffenen oft ignoriert oder als Erkältung abgetan wird. Laut RKI war es bislang aufgrund der komplexen Eigenschaften der Erreger nicht möglich einen labordiagnostischen Test zu entwickeln. Infolge dessen ist es schwierig Krankheitsfälle statistisch zu erfassen.

Verbreitung in Deutschland

Wie häufig eine Lyme-Borreliose in Deutschland auftritt, ist daher nicht gänzlich bekannt. In einer Studie wurde dem RKI zufolge geschätzt, dass jährlich circa 214 000 Menschen erkranken, da von ihnen kassenärztliche Abrechnungen vorlagen. Erfassungen sind schwierig, da die Krankheit nicht gemäß Infektionsschutzgesetzes (IfSG) meldepflichtig ist.

Zeckengebiete hingegen werden jedes Jahr anhand von geografischen Karten veranschaulicht. Dazu zählen insbesondere die Länder Bayern, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Thüringen sowie Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg. Diese sogenannten Zecken-Risikogebiete stellen die Verbreitung der FSME – der Frühsommer Meningoenzephalitis dar, weil Zecken das FSME-Virus regional unterschiedlich in sich tragen. Borrelien hingegen können überall in Deutschland mit dem gleichen Risiko übertragen werden.

Klimawandel und Plagegeister

Überschwemmungen und großflächige Waldbrände waren eine Seltenheit hierzulande. Jetzt gehören sie zur Realität wie die Gefahr neuer Zeckenarten aus tropischen Regionen, denn diese fühlen sich bei steigenden Temperaturen auch im Schwarzwald oder Harz wohl. Zecken können sich besser verbreiten, wenn es wärmere Winter gibt. Denn Wildschweine und Rehe finden in Wäldern länger Futter und können sich entsprechend stärker vermehren.

In der Folge vervielfachen sich Zecken, die von einem Überangebot an Wirtstieren profitieren. RKI Chef Lothar Wieler äußerte gegenüber der Funke Medien Gruppe in einem Interview, dass sich aufgrund der Ausweitung der Lebensräume von Zecken und Mücken in Deutschland demzufolge auch Erreger wie das Zika-, Dengue- oder das West-Nil-Virus und Malaria ausbreiten könnten.

Natalia Carvajal Saavedra


Quelle: Ratgeber des Robert-Koch-Institutes (RKI) zum Thema Lyme-Borreliose

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