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MRT-Scan des Gehirns.

Mit dem Einsatz von Meclofenamat könnte die Lebenserwartung der Erkrankten verbessert werden. © goglik83 / iStock / Getty Images Plus

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Klinische Studie: Rheuma-Medikament könnte Glioblastom-Patienten helfen

Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) führt eine klinische Studie durch, in der die Wirksamkeit eines Medikaments für Patientinnen und Patienten mit Hirntumor erprobt wird. Für Betroffene mit der Hirntumorart Glioblastom könnte das bei Erfolg zu einer lebensverlängernden Therapieoption führen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Studie mit fast 2 Mio. Euro.

Glioblastome sind die häufigsten und bösartigsten Hirntumore. Etwa 3 von 100 000 Patient*innen erkranken in Europa jährlich daran. Ein Glioblastom ist sehr aggressiv, wächst schnell und die Lebenserwartung der Betroffenen ist gering. Bis heute gibt es keine erfolgversprechende Therapie. Allerdings wurde in den letzten Jahren viel an neuartigen Therapiemethoden geforscht, die die Behandlung positiv beeinflussen könnten. Dazu wollen auch Prof. Ulrich Herrlinger, Leiter der Sektion Neuroonkologie des UKB, und Dr. Matthias Schneider, Facharzt für Neurochirurgie am UKB, mit der MecMeth/NOA-24 Studie beitragen.

„Die Lebenserwartung von Glioblastom-Patienten nach einem Rezidiv, also einem wiederholten Auftreten der Krankheit, beträgt aktuell im Mittel nur sechs bis 12 Monate. In unserer Studie möchten wir die Verträglichkeit und Wirksamkeit einer medikamentösen Therapie zur Lebensverlängerung der Patientinnen und Patienten mit einem Glioblastomrezidiv untersuchen“, so Prof. Herrlinger.

Vorklinische Studien legen nahe, dass Meclofenamat, das ursprünglich zur Rheuma-Therapie entwickelt wurde, auch ein besseres Therapieansprechen der Chemotherapie bei Glioblastompatienten bewirken könnte. In Zellkulturexperimenten hatte sich gezeigt, dass Meclofenamat die Kommunikation zwischen Glioblastomzellen blockiert.

Wirksamkeit der Therapie untersuchen

Dadurch lösen sich Netzwerke auf, die Glioblastomzellen üblicherweise untereinander ausbilden und die wichtig sind für die Resistenz gegen Chemotherapie. Mit dem Einsatz von Meclofenamat wird dieser neuartige Wirkmechanismus zum ersten Mal in einer klinischen Studie mit Glioblastompatienten untersucht.

In der nun startenden klinischen MecMeth/NOA-24 Studie, die mit fast 2 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, sollen zunächst die Durchführbarkeit der Kombination aus Meclofenamat- und Standard-Chemotherapie erprobt und die optimale Dosis für Meclofenamat gefunden werden. Im Anschluss soll auch die Wirksamkeit der Therapie untersucht werden.

„Wenn sich die Wirksamkeit von Meclofenamat bestätigen sollte, würde das einen großen Erfolg für die Glioblastom-Forschung bedeuten. Auch wenn es weiterhin keine Heilung gibt, hoffen wir, den Patientinnen und Patienten eine längere Lebenserwartung ermöglichen zu können“, so Dr. Matthias Schneider. Mit der aktuellen Studie geht es Anfang April los. Bei erfolgreicher Durchführung ist danach eine dritte Studienphase zur Integration der Therapie in die klinische Praxis geplant.

Quelle: Universitätsklinikum Bonn

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