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Die MTA-Ausbildung ist in Europa unterschiedlich geregelt. © STILLFX / iStock / Getty Images Plus

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Berufsbild MTA: Spannend, wichtig, systemrelevant – Teil 2

Nach der Einführung und Vorstellung des Berufes MTA und verschiedener Ausbildungswege stellen wir in Teil 2 unserer Reihe die fachlichen Aufgaben einer MTA im europäischen Umfeld und insbesondere in der Radiologie vor.

Die Aufgaben in der Radiologie umfassen alle radiologischen Untersuchungs- und Therapieverfahren, jeweils unter ärztlicher Anordnung. Dazu gehören das konventionelle Röntgen, Computertomographie, Kernspintomographie, Sonographie, Angiographie und die interventionelle Radiologie. Der Beruf ist geprägt durch die Bedienung technischer Geräte und den Kontakt zum Patienten. Eingeteilt ist er in drei große Fachbereiche: Radiologische Diagnostik, Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Die diagnostischen Aufgaben schließen die Ergebnisdarstellung sowie die Qualitäts- und Plausibilitätskontrollen ein.

Zudem führen Berufsangehörige in der Strahlentherapie Therapieplanungen und Bestrahlungen durch. Dabei versorgen sie Patienten vor, während und nach der Behandlung. In Großbritannien erlauben weiterreichende Kompetenzen auch die Befundung von Röntgen-Bildern, CT, MRT und Sonographie. Zudem ist eine eigenverantwortliche Bestrahlungsplanung möglich. Daneben herrscht eine eingeschränkte Verschreibungsbefugnis für Medikamente zur Behandlung von Nebenwirkungen durch Bestrahlungen.

Insgesamt wird in Deutschland, Frankreich und Österreich in radiologischen Einrichtungen häufig nach dem Rotationsprinzip gearbeitet. Deshalb beherrschen MTRA/RT oft alle Technologien gleichermaßen. Im Gegensatz dazu spezialisieren sich in Großbritannien und den Niederlanden die Berufsangehörigen innerhalb des Fachgebietes häufig auf ein bis zwei Technologien.

Biomedizinische Analytik in Europa

In Frankreich und in den Niederlanden besteht die Möglichkeit, Abschlüsse in der biomedizinischen Analytik im sekundären sowie im tertiären Bildungssektor zu erwerben. So sind in Frankreich insgesamt drei verschiedene Abschlüsse möglich, zwei davon im sekundären Bildungssektor: „Technitrice/Technicien de laboratoire médical“ (DETAB-Abschluss) und „Technitrice/Technicien en analyses biomédicales“ (BTS-Abschluss). Der DETAB-Abschluss wird an einem „Institut de formation“ erworben, der BTS-Abschluss an einem „Lycée“. Die dritte Ausbildungsvariante im tertiären Sektor beinhaltet ein zweijähriges Kompaktstudium an einem „Institut universitaire de technologie“ (IUT) mit dem „Diplôme universitaire de technologie d’analyses biologiques et biochimie“ (DUT).

Die Niederländer unterscheiden in der biomedizinischen Analytik „Biomedisch Analist“ drei Spezialisierungen mit eigenen Berufsbezeichnungen: „Analisten Klinische Chemie“, „Microbiologisch Analisten“ und „Analisten Pathologie“. Alle drei Berufe werden an Ausbildungszentren im sekundären Bildungsbereich (Middelbaar Beroepsonderwijs, MBO) angeboten. Darüber hinaus kann im Rahmen einer höheren Berufsausbildung an „Hogescholen“ ein „Bachelor Biologie en Medisch Laboratoriumonderzoek“ erworben werden. In Großbritannien und Österreich sind die Ausbildungen generell auf Hochschulebene, an Universitäten oder Fachhochschulen, angesiedelt.

Radiologie-Ausbildung in Europa

In der Radiologie verhält es sich ähnlich: In Frankreich bestehen für „manipulateur/manipulatrice d’électroradiologie médicale“ zwei staatlich anerkannte Abschlüsse. In Großbritannien passen sich die Berufsbezeichnungen den drei Hauptarbeitsfeldern an: „Diagnostic radiography“, „Therapeutic radiography“ und „Nuclear medicine technology“. Die Hochschulausbildung in den Niederlanden endet mit dem Abschluss als „Bachelor Medisch beeldvormende en radiotherapeutische technieken“. Dabei existieren zwei Ausbildungsvarianten.

Die hochschulgebundene Form findet zu drei Vierteln an einer Hochschule statt. Bei der dualen Ausbildungsform beträgt dieser Anteil nur 40 Prozent, während 60 Prozent der Ausbildung in der beruflichen Praxis stattfinden. Die Studierenden beziehen ein Ausbildungsentgelt. Ferner besteht die seltene Möglichkeit einer In-Service-Ausbildung zum „Diagnostic Laborant“ mit einer Beschränkung der Kompetenzen auf die Arbeitsbereiche Radiologische Diagnostik und Nuklearmedizin. Die „Therapeutisch Laboranten“ dürfen ausschließlich auf dem Gebiet der Strahlentherapie tätig sein. In Österreich wird die Ausbildung zum „Radiologietechnologen“ an Fachhochschulen angeboten. Sie endet mit einem „Bachelor of Science in Health Studies“.

Im dritten und letzten Teil unserer Reihe erläutern zwei Experten den Wandel des Berufs und wagen einen Blick in die Zukunft.

Mirjam Bauer

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