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Es existieren bislang nur wenige Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen Long Covid und psychosomatischen Störungen. © Kateryna Kovarzh / iStock / Getty Images Plus

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Corona-Spätfolgen: Genesen, aber psychisch belastet

Bei vielen Menschen geht eine Infektion mit Sars-CoV-2 mit psychosozialen Folgen einher. Sie reagieren mit Ängsten, Schlafstörungen oder depressiven Symptomen auf die Situation.

Die Corona-Pandemie hinterlässt Spuren, auch für die Psyche. Psychische Symptome treten zum einen als Folge der andauernden körperlichen Belastung auf, zum anderen können sie durch die Infektion mit dem Corona-Virus reaktiviert werden. Bis Anfang Januar 2022 waren es weltweit mehr als 282 Millionen Betroffene, die bereits infiziert waren – seitdem sind noch deutlich mehr Infektionen aufgetreten.

Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, berichten noch Wochen nach der Erkrankung über Beschwerden, wie etwa über eine verminderte Lebensqualität oder über psychische Beschwerden, zu denen Depressionen, Ängste, Schlafstörungen oder Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zählen. Laut einer Studie des Universitätsklinikums Essen existieren für Long-COVID-Symptome häufig keine organischen Ursachen.

Betroffene mit Long Covid sind oft erschöpft, können ihren Alltag nicht mehr bewältigen oder haben Probleme damit, ihrem Beruf nachzugehen – daraus resultieren Gefühle wie Frustration, Wut, Angst und Trauer. Die oben beschriebenen Long-Covid-Symptome lassen im Laufe der Monate nach der initialen COVID-Infektion nach.

Hilfe in Anspruch nehmen

Verschiedene Risikofaktoren stehen im Hinblick auf die psychischen Beschwerden nach einer Infektion zur Diskussion, in diesem Zusammenhang werden das weibliche Geschlecht, vorherige psychische Erkrankungen sowie die Schwere der Symptomatik der COVID-19-Erkrankung genannt. Allerdings treten die Beschwerden auch unabhängig von Long Covid in der Bevölkerung häufig auf, sodass es letztendlich nicht geklärt ist, ob sie mit der Corona-Infektion direkt zusammenhängen oder indirekte Auswirkungen der Pandemie sind.

Eine zusätzliche Belastung stellt mitunter das soziale Umfeld dar, wenn es mit Unverständnis reagiert. Alle diese Faktoren führen unter Umständen dazu, dass sich im Laufe der Zeit Depressionen oder Angststörungen entwickeln. Auch posttraumatische Belastungsstörungen sind möglich und kommen häufig nach schweren Infektionen vor, beispielsweise wenn eine Intubation erforderlich war.

Betroffene sollten bei psychischen oder psychosomatischen Beschwerden professionelle Hilfe in Form einer Psychotherapie in Anspruch nehmen.

Es existieren bislang nur wenige Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen Long Covid und psychosomatischen Störungen. Eine Studie zeigte, dass milde gastrointestinale Beschwerden und eine höhere Somatisierungstendenz bei Personen mit Long Covid fünf Monate nach der Infektion häufiger vorkamen als bei gesunden Personen. Als Erklärung für die Entstehung von psychischen Symptomen wurde das biopsychosoziale Erklärungsmodell herangezogen.

Psychosoziale Folgen durch Quarantäne & Co.

Danach nimmt die Kombination aus den biologischen Faktoren (wie Adipositas oder immunsuppressive Erkrankungen), den psychologischen Aspekten (wahrgenommene Bedrohung durch die Pandemie), dem eigenen Gesundheitsverhalten (Corona-Regeln beachten) sowie den sozialen Faktoren (die Corona-Schutzverordnung) sowohl Einfluss auf die COVID-Infektion als auch auf die Entstehung von psychischen Störungen.

Die Langzeitfolgen von COVID-19 ergeben sich wiederum aus den vorliegenden sozialen, körperlichen und psychischen Faktoren, wozu wirtschaftliche Veränderungen, postinfektiöse Symptome oder langfristige psychische Beschwerden gehören.

Quarantäne wirkt sich auf Psyche aus

Deutsch-chinesische Wissenschaftler des Alumnifachnetzes (DCHAN) fanden 2020 bereits heraus, dass das Coronavirus psychosoziale Folgen, wie etwa Angstzustände, Schlafprobleme oder Depressionen, haben kann.

Die Situation der Quarantäne führte bei der chinesischen Bevölkerung zu psychosomatischen Beschwerden und psychischen Symptomen, wie etwa Wut, Panik, Hilflosigkeit oder Trauer. Der emotionale Stress manifestierte sich auch auf der körperlichen Ebene und zwar durch Beschwerden wie Herzklopfen, Magen-Darm-Beschwerden, Engegefühle im Brustraum, Atemnot, Schwindel oder Einschlafstörungen.

Martina Görz


Quellen:

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