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Burkholderia-Bakterien rufen bei Mensch und Tier schwere Infektionen hervor

Der sogenannte Burkholderia cepacia Complex besteht aus einer Gruppe von 17 eng verwandten Bakterienarten. © gaetan stoffel / iStock / Getty Images Plus

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Selten und gefährlich: Burkholderia-Bakterien rufen bei Mensch und Tier schwere Infektionen hervor

Der Phytopathologe Prof. Walter Hagemeyer Burkholder von der Cornell Universität beschrieb Mitte des 20. Jahrhunderts die pflanzenpathogenen Bakterien, die schließlich nach ihm benannt wurden: Burkholderia sind eine Gattung gramnegativer, stäbchenförmiger Bakterien, die pathogen für Mensch, Tier und Pflanze sein können. Zu den wichtigsten Burkholderia-Arten gehören unter anderem Burkholderia cepacia, mallei oder pseudomallei.

Das Bakterium Burkholderia cepacia stellt für gesunde Menschen keine Bedrohung dar, kann allerdings bei Immunsupprimierten oder bei Personen mit schweren Atemwegerkrankungen zu Lungenentzündungen führen. Die Keime kommen vorwiegend an Pflanzen und deren Wurzeln vor.

Bei Mukoviszidose-Patienten sind die Bakterien aufgrund ihrer Antibiotika-Resistenz gefürchtet, denn bei einer Infektion können Betroffene durch die Einschränkung der Lungenfunktion versterben.

Der sogenannte Burkholderia cepacia Complex (BCC) besteht aus einer Gruppe von 17 eng verwandten Bakterienarten. Dieser löst bei abwehrgeschwächten Menschen mitunter Pneumonien, Harnwegsinfekte, Arthritiden oder eine Sepsis aus. Aufgrund der vorliegenden Resistenzen erfolgt die Behandlung mit einer Kombination aus verschiedenen Antibiotika, etwa mit den Wirkstoffen Ceftazidim und Tobramycin. Die Therapien mit Antibiotika können wegen der Resistenzen über einen langen Zeitraum andauern.

Burkholderia mallei ist der Erreger der Infektionskrankheit Rotz (Malleus), die zwar primär bei Pferden vorkommt, aber auch Menschen betreffen kann. Es kommt zu Infektionen der Haut oder zu oft tödlich verlaufenden Lungenentzündungen. Bei einem chronischen Verlauf sind Abszesse in Milz, Leber und Muskulatur möglich, ebenso kann eine Sepsis auftreten. Zur Behandlung sind verschiedene Antibiotika (wie Tetrazykline, Streptomycin, Gentamicin, Ciprofloxacin oder Ceftazidim) indiziert.

Man findet das Bakterium Burkholderia pseudomallei während der Regenzeit in den tropischen Regionen Südostasiens und Australiens. Es ruft die Infektionskrankheit Melioidose hervor, die oft asymptomatisch verläuft. Die Beschwerden hängen vom Infektionsweg ab: Bei einer Infektion über den Luftweg zeigen Betroffene hohes Fieber sowie pathologische Veränderungen des Lungengewebes (Kavernen). Zu den Komplikationen zählen Lungenabszesse sowie Lungenemphyseme. Gelangen die Bakterien über Wunden in den Organismus, entstehen Granulome in der Leber, der Milz, den Knochen oder den Lymphknoten. Breiten sich die Erreger schließlich im Körper aus, besteht die Gefahr einer Sepsis bis hin zum Tode.

Mögliche Ursache der Pathogenese

Forscher des Leibniz-Instituts für Naturforschung und Infektionsbiologie entdeckten die sogenannten Malleicyprole, die von den Bakterien hergestellt werden. Sie scheinen für die krankmachende Wirkung der Keime verantwortlich zu sein und zeigten sich als toxisch für Zellkulturen. Malleicyprole sind reaktive Vorstufen der Burkholdersäure, sie verfügen über Cyclopropanreste, welche die Reaktivität des Moleküls fördern.

Martina Görz


Quellen:

  • Mukoviszidose – Burkholderia cepacia; infectopharm.com
  • Burkholderia cepacia; flexicon.doccheck.com
  • Burkholderia cepacia auf der Intensivstation; Deutsche Apotheker Zeitung, DAZ 50/2009
  • Rotz (Burkholderia mallei); sozialministerium.at
  • Burkholderia cepacia; biologie-seite.de
  • Burkholderia; flexicon.doccheck.com

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