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Weniger Lebertransplantationen bei Hepatitis C

Die Infektion mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) kann zu einer chronischen Lebererkrankung führen. © magicmine / iStock / Getty Images Plus

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Erfolgreiche Therapie: Weniger Lebertransplantationen bei Hepatitis C

Die Hepatitis C-Virusinfektion war bis vor Kurzem einer der häufigsten Gründe für eine Lebertransplantation. Die Erkrankung kann inzwischen jedoch bei fast allen Patienten in kurzer Zeit geheilt werden. Eine heute erscheinende Publikation mit Daten von hepatologischen Zentren, die am Deutschen Hepatitis C-Register der Deutschen Leberstiftung teilnehmen, zeigt, dass durch die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten der Bedarf an Lebertransplantationen aufgrund von Hepatitis C deutlich gesunken ist.

Die Infektion mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) kann zu einer chronischen Lebererkrankung führen, deren Folgen Leberzirrhose und Leberzellkrebs sein können. Wird diese Erkrankung nicht erfolgreich behandelt, kann eine Lebertransplantation die einzige Möglichkeit der Therapie darstellen. Durch die seit 2014 in Deutschland zugelassenen antiviralen Medikamente (DAAs – Direct Acting Antiviral Agents), die direkt in den Replikationszyklus des Virus eingreifen, kann die Hepatitis C inzwischen bei fast allen Patienten sehr gut behandelt und in kurzer Zeit, nahezu ohne Nebenwirkungen, sogar geheilt werden.

Bedarf an Transplantationen ist gesunken

Die Auswertung zeigt, dass seit der Zulassung der ersten DAAs im Jahr 2014 der Anteil der Hepatitis C-Patienten an allen Personen, die für eine Lebertransplantation gelistet waren bzw. eine neue Leber erhalten haben, kontinuierlich gesunken ist. In den Jahren 2010 bis 2014 waren jeweils mehr als 15 Prozent der Patienten aufgrund einer Hepatitis C für eine Lebertransplantation gelistet; 2020 war nur noch bei 5,9 Prozent der Gelisteten die Hepatitis C die Ursache für die Notwendigkeit einer Lebertransplantation.

Bei den Patienten, die aufgrund einer Hepatitis C für eine Lebertransplantation gelistet wurden, stieg der Anteil derer, die wegen Leberzellkrebses (HCC, Hepatozelluläres Karzinom) eine neue Leber erhalten mussten, deutlich an. Im Zeitraum 2010 bis 2013 war HCC bei etwa 50 Prozent aller wegen Hepatitis C gelisteten Patienten der Grund für die Listung; im Jahr 2020 wurden 81 Prozent der neu gelisteten HCV-Patienten wegen eines HCCs lebertransplantiert. Die Auswertung belegt auch, dass die antivirale HCV-Therapie der Patienten auf der Warteliste für eine Lebertransplantation hocheffektiv und sicher ist. In den Jahren 2019 und 2020 betrug die Ausheilungsrate bei diesen Patienten 100 Prozent.

Relevanz von Langzeitbeobachtungen

Prof. Dr. Stefan Zeuzem, Letztautor der Publikation und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, fasst die Ergebnisse zusammen: „Diese Analyse zeigt, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Notwendigkeit von Lebertransplantationen aufgrund einer Hepatitis C und den aktuellen HCV-Therapien mit DAAs besteht. Durch den Rückgang der Lebertransplantationen, die aufgrund von Hepatitis C notwendig sind, besteht nun für Patienten mit anderen Lebererkrankungen, die nicht heilbar sind, eine erhöhte Chance auf eine Transplantation. Das ist lebensrettend. Für Deutschland konnten wir errechnen, dass allein im Jahr 2020 etwa 100 Lebern für andere Patienten zur Verfügung standen.“

Der medizinische Geschäftsführer der Leberstiftungs-GmbH und Erstautor, Prof. Dr. Heiner Wedemeyer, ergänzt: „Diese Analyse zeigt, wie wichtig und wertvoll die Langzeitbeobachtungen von Lebererkrankungen sind, da sich viele Effekte erst über einen längeren Zeitraum feststellen lassen. Ich freue mich, dass wir im Rahmen des Deutschen Hepatitis C-Registers auch zu solchen weiterführenden Fragestellungen Daten vorlegen können und danke allen, die an dieser Analyse mitgewirkt haben.

Quelle: Deutsche Leberstiftung

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