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Punktion der Leistenarterie

Bei einer Punktion, zum Beispiel der Leistenarterie, arbeitet man durch die Gefäße, um Engen und Verschlüsse wieder durchgängig zu machen. © Pitchayanan Kongkaew / iStock /Getty Images Plus

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Schaufensterkrankheit: Breiter Zugang zu Behandlungsmethoden

Gefäßerkrankungen sind in unserer alternden Gesellschaft weit verbreitet. Ein dabei besonders häufig vorkommendes Leiden ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), in der Alltagssprache auch „Schaufensterkrankheit“ genannt. Behandelt wird diese Erkrankung oft mit interventionell-radiologischen Methoden. Eine aktuelle Analyse der bundesweiten Versorgungssituation zeigt, dass betroffene Patient*innen breiten Zugang zu diesen Behandlungsmethoden haben.

In der Alltagssprache wird sie „Schaufensterkrankheit“ genannt und klingt harmlos, doch bei dieser Erkrankung, die in der Fachsprache periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) heißt, handelt es sich um eine schwere Durchblutungsstörung.

„Unter der pAVK versteht man eine Erkrankung, bei der insbesondere im Bereich der Beingefäße – seltener der Armgefäße – durch Kalk- und Fettablagerungen zunehmende Engen und Verschlüsse auftreten, die dann unter Belastung, später auch in Ruhe, zu Schmerzen der betroffenen Extremität führen“, erklärt Professor Marcus Katoh, Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Helios-Klinikum Krefeld.

„In einem stark fortgeschrittenen Stadium kann auch Gewebe absterben, was dann zu sogenannten Nekrosen führt.“ Die Ursachen der pAVK sind vielfältig: Neben genetischer Veranlagung können zu ihrer Entwicklung auch Risikofaktoren beitragen wie Rauchen, aber auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Adipositas oder Stress.

Flächendeckende Versorgung angeboten

Behandelt wird die pAVK mit unterschiedlichen Methoden, die vom Stadium der Erkrankung bei den betroffenen Patient*innen abhängen: Zunächst wird die Erkrankung durch die Reduktion von Risikofaktoren oder Gehtrainings behandelt. Eine medikamentöse Therapie kann folgen.

„In einem fortgeschrittenen Stadium müssen die ursächlichen Gefäßengen und Gefäßverschlüsse beseitigt werden. Das kann radiologisch-interventionell oder operativ erfolgen“, sagt Professor Katoh. „Unter einem interventionellen Eingriff versteht man eine Therapie, bei der man nach einer Punktion, zum Beispiel der Leistenarterie, durch die Gefäße arbeitet, um Engen und Verschlüsse wieder durchgängig zu machen. Ist dies nicht mehr möglich, bleibt nur noch die operative Anlage eines Bypasses.“

Wie es um die medizinische Versorgung betroffener Patientinnen und Patienten mit radiologisch-interventionellen Behandlungsmethoden bestellt ist, zeigt die Analyse „Versorgungslage mit interventionell-radiologischer Gefäßrevaskularisation in Deutschland – eine Analyse der DeGIR-Registerdaten 2018/2019“.

„Nach der Analyse wird in Deutschland flächendeckend eine Versorgung von Gefäßpatienten durch gezielt qualifizierte interventionelle Radiolog*innen angeboten“, sagt Professor Andreas Mahnken, Erstautor der Analyse und Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg am Standort Marburg.

Radiologie spielt zentrale Rolle

„In einer alternden Gesellschaft sind Gefäßerkrankungen – insbesondere die pAVK – einer der zentralen Einflussfaktoren für Lebensqualität und Mortalität. Einer optimalen Versorgung dieser Patient*innen kommt damit eine sehr hohe Bedeutung zu“, betont Professor Mahnken. „Die Analyse der DeGIR-Registerdaten zeigt, welche zentrale Rolle die Radiologie mit ihrer einzigartigen Kombination aus diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in der Versorgung dieser Patientengruppe spielt.“

In den analysierten Jahren 2018 und 2019 wurden bundesweit 57 732 interventionelle Prozeduren zur Behandlung von Gefäßerkrankungen wie der pAVK durchgeführt. Diese Angaben meldeten 228 medizinische Zentren an das DeGIR-Qualitätsregister. In dieses Register der DeGIR, der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie, können medizinische Zentren ihre radiologischen Eingriffe eintragen.

„Aktuell werden pro Jahr rund 195.000 minimal-invasive Eingriffe eingetragen, die durch interventionelle Radiologen und Neuroradiologen durchgeführt wurden“, erklärt Professor Philipp Paprottka, Chefarzt der Interventionellen Radiologie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München.

„Das DeGIR-Qualitätsregister verbessert durch seine breite Datenbasis die Qualität der Eingriffe wesentlich, denn sie ermöglicht wissenschaftliche Erkenntnisse, die bei der Entwicklung medizinischer Leitlinien, für die Forschung und die Gesundheitspolitik wichtig sind. Insofern trägt das Register entscheidend zu einer besseren Patientenversorgung bei.“

Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

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